Landessegelverbände des DSV

Inklusive Segeltage Baden Württemberg – „Alle an Bord!“

Bereits zum dritten Mal hieß es „Alle an Bord!“ – vom 29. bis 31. Mai 2026 fanden im Rahmen der Internationalen Bodenseewoche in Konstanz die 3. Inklusiven Segeltage Baden‑Württemberg statt. Drei Tage lang verwandelte sich der Hafen in einen Ort gelebter Teilhabe, an dem Menschen mit und ohne Einschränkungen gemeinsam segelten, lachten und die besondere Freiheit auf dem Wasser erlebten.


Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher mit Einschränkungen (… und wer hat die nicht?) aller Art nutzten die Gelegenheit, selbst aufs Wasser zu gehen. Dieser kleine, humorvolle Einschub wurde schnell zum inoffiziellen Motto der Veranstaltung und spiegelte die entspannte, offene Atmosphäre treffend wider. Für die Teilnehmenden standen zahlreiche Bootstypen bereit – von Mini 12er und 2.4mR über RS Connect, einer S\V 14 und einer J70 bis hin zum Kutter. Die Vielfalt der Boote zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich inklusives Segeln sein kann.

Am Samstag rückte eine Podiumsdiskussion das Thema Inklusion zusätzlich in den Mittelpunkt. Auf dem Podium diskutierten u.a. Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler-Verbands, und Gabriele Kromer‑Schaal, Vorsitzende des Seglerverbands Baden‑Württemberg, gemeinsam über die Verantwortung der Verbände, inklusive Strukturen nicht nur zu fördern, sondern aktiv zu gestalten. Ergänzt wurde die Runde auch durch Jens Kroker, Geschäftsführer der Turning Point-Stiftung und dreifacher paralympischer Medaillengewinner. Er schilderte aus eigener Erfahrung, wie wichtig barrierearme Zugänge und verlässliche Vereinsstrukturen für Menschen mit Behinderung sind. Sandy Klima vom Österreichischen Segelverband brachte eine internationale Verbandsperspektive ein. Susanne Knipping vom Württembergischen Yachtclub e. V. und Jan Strickmann vom Segelverband BW berichteten über Erfolgsrezepte und Rückschläge in der praktischen Inklusionsarbeit. Moderiert wurde das Gespräch von Dr. Michael Huh, der mit präzisen Fragen und ruhiger Hand dafür sorgte, dass sowohl strategische Perspektiven als auch persönliche Einblicke Betroffener Raum bekamen. Am Ende der Gesprächsrunde wurden zudem die TeilnehmerInnen der Special Olympics Unified Experience geehrt: Die SeglerInnen mit und ohne geistige Behinderung haben im Rahmen der inklusiven Segeltage für die Nationalen Spiele trainiert und durch ein Match Race den diesjährigen „Bodensee-Kooperations-Pokal“ (BoKoPo) ausgesegelt.

Getragen und unterstützt wurde die Veranstaltung von einer Vielzahl engagierter Vereine und Organisationen, die mit Booten, Know‑how, Betreuungsteams und logistischer Hilfe wesentlich zum Gelingen beitrugen. Dazu gehörten der Integrative Segelverein Bodensee e.V., der Konstanzer Yacht Club e.V., der Segel‑Motorboot‑Club Friedrichshafen e.V., Special Olympics Baden‑Württemberg, der Stuttgarter Segelclub e.V., die Turning Point Stiftung gGmbH, der Verein für Sozialpädagogisches Segeln e.V., der Württembergische Yacht‑Club e.V., der Yachtclub Litzelstetten‑Mainau e.V. sowie der Yachtclub Rasmus Konstanz e.V. Ihre gemeinsame Präsenz zeigte eindrucksvoll, wie breit das Netzwerk inklusiver Segelinitiativen in Baden‑Württemberg inzwischen aufgestellt ist

Zu Beginn der einzelnen Zeitslots begrüßte Jan Strickmann, Inklusionsbeauftragter des Segelverbands Baden‑Württemberg, die Teilnehmenden, die bereit aufgeregt und mit Rettungswesten versehen auf den Startschuss warteten. Erik Sander, Vorstand für Freizeit- und Fahrtensegeln beim SVBW, sorgte mit dem eigens für die Veranstaltung komponierten Titel „Alle an Bord!“ für die musikalische Einstimmung (zum Download des Titels). Der Song entwickelte sich schnell zum verbindenden Element der drei Tage – ein fröhlicher, motivierender Auftakt, der die Stimmung auf dem Steg ebenso prägte wie auf dem Wasser. Nach der musikalischen Eröffnung übernahm Simon Scheidt von Turning Point, der zugleich als Inklusionsbeauftragter im Bereich Segeln der Internationalen Bodenseewoche fungierte, die organisatorische Einteilung der Gruppen und Boote. Mit klaren Ansagen, viel Erfahrung und einem guten Gespür für die Bedürfnisse der Teilnehmenden sorgte er dafür, dass alle sicher und gut begleitet aufs Wasser kamen.

Die 3. Inklusiven Segeltage Baden‑Württemberg zeigten eindrucksvoll, wie viel Begeisterung entsteht, wenn Barrieren fallen und Begegnungen auf Augenhöhe möglich werden. „Alle an Bord!“ war dabei nicht nur ein Titel, sondern eine Haltung, die den gesamten Hafen erfüllte – und die hoffentlich weit über diese drei Tage hinaus wirkt.